Mädchenkram - Supernatural

Snow Blazes and Fire Demons

Flanns Diary zum Tale of Snow Blazes

Lautes Rascheln, eintöniges Motorengeräusch, im Hintergrund läuft Metal der Band Kittie.

“Endlich wieder im Warmen!”

Im Hintergrund singt die Sängerin “You took something from me… Now you disappeared…”

“Was für ein Trip. So viel Schnee und nirgends ein Supermarkt, bei dem man sich mal eben schnell mit dem nötigsten eindecken könnte. So müssen sich die ersten Menschen gefühlt haben. Schrecklich. Vor allem habe ich auch gar keine Lust mich damit auseinanderzusetzen, wie ich in so einer Gottverlassenen Einöde überleben könnte.”

Kittie singt im nächsten Lied etwas lauter: “I think I’d rather crucify then learn!”

“Dabei ist es im groben und ganzen eigentlich recht glimpflich für mich ausgegangen. Niels und Emily haben richtig was abbekommen, während selbst Bart und Irene nicht ohne Schaden davongekommen sind, als wir am Ende diesen Dämonenschatten und seine Dienerin gestellt haben. Natürlich hätte es auch besser ablaufen können, aber Niels und Emely mussten ja unbedingt schon ungeduldig vorpreschen und einer Fährte folgen, während Bart, Irene und ich noch eine Hütte untersuchten, die offenbar demjenigen gehört hatte, der diesen Dämonenschatten in unsere Welt gebracht hat.”

Flann dreht das Autoradio nun komplett ab. Es verbleibt das eintönige Motorengeräusch, wie man es von langen Fahrten auf einer Interstate kennt.

„Dabei hat alles ganz ruhig angefangen: Bin grade bei Irene gewesen, um sie nach einer Recherche für mich zu bitten. Klar hätte ich gerne auch selbst einen Blick auf die Bestände Ihrer Familie geworfen, aber so würde es auch gehen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mein Verhältnis zu Irene seit diesem Vorfall besser ist, als vorher. Zumindest sind die Missverständnisse jetzt beseitigt und wir können auf einer ganz anderen Ebene miteinander kommunizieren. Ich bin kein Psychologe, aber ich denke der Schneeball, den sie mir ins Gesicht schmiss, oder die von mir abgefangene Ohrfeige, die wir beide mit einem Lächeln quittierten, zeugen von einem schon fast vertrauten Umgang, den ich von ihr sonst niemandem gegenüber wahrgenommen habe. Allerdings werde ich den Teufel tun und mir darauf etwas einbilden. Bin schließlich grade dabei alle Brücken abzubrechen, damit sich keiner zu mir auf die Spirale nach Unten gesellen kann.“

Wieder eine Pause in Flanns Redefluss.

„Natürlich wäre da jetzt Niels. Er scheint selbst grade auf seiner Eigenen Spirale zu sitzen und ungebremst in Richtung Hölle zu rutschen. Ist vielleicht wirklich nicht die schlechteste Idee sich mit ihm zusammenzutun und mal eine Dämonenjagt nach unseren Regeln durchzuführen.“

Raschelnde Geräusche und man hört wie Flann einen tiefen Schluck aus einer Flasche nimmt.

„Schweife schon wieder ab. Also ich war bei Irene und Niels kam zu Ihr, um sie zu bitten ihr bei einem Vorfall zur Seite zu stehen, bei dem einer seiner Kommilitonen verschwunden sei. Da ich nun schon mal da war, dachte ich es wäre nur fair, wenn ich im Gegenzug für ihre Hilfe auch Irene ein wenig zur Seite stehen würde. Allerdings wusste ich da noch nicht, das es uns direkt in die Arktis führen würde. Zumindest von der Temperatur her kam es mir so vor. Nachdem ich eingewilligt hatte mitzukommen, ging es eigentlich recht schnell. Haben ein paar Sachen in Irenes großen jeepartigen Wagen geladen und sind los. Auf dem Weg wurde ich von Beiden ein wenig über meine Klamotten belächelt, aber kurz vor dem Zielort hat Irene mir noch schnell ein paar Winterklamotten gekauft, ohne die ich wirklich aufgeschmissen gewesen wäre. Am Zielort angekommen, haben wir dann Bart und Emily getroffen, die mit seinem Wohnwagen Schrägstrich Kuriositätenkabinett angereist waren. So viel Schnee hatte ich bis zu dem Zeitpunkt nur in Filmen gesehen. Niels und Emily schien das aber überhaupt nichts auszumachen, und sie wollten quer zur Straße direkt durch den Schnee zu dem Feuerturm stapfen, wo Niels’ Kommilitone zuletzt gewesen sein musste. Irene, Bart und ich nahmen noch den Jeep, so lange es möglich war mit dem zu fahren.“

Weitere raschelnde Geräusche, dann ist einiges Knacken und Kauen zu vernehmen.

„Dann gab es da oben in dem Turm noch nicht mal ein Klo. Das muss man sich mal vorstellen. Naja, wenigstens hatten die Vormieter noch ein wenig Alkohol zurückgelassen, so dass wir uns den Abend noch gemütlich trinken konnten. Mit ein wenig Whisky angeheitert, blühte Irene für einen kurzen Moment sogar zur Redseligkeit auf, verschwand dann aber schnell im Bett. Emily dagegen schien die Wärme und Nähe der anderen Jäger nicht zu mögen und zog sich sogar freiwillig in die Kälte der Nacht draußen auf dem Turm zurück, um zu ihrer Ruhe zu kommen.“

Man hört wieder Trinkgeräusche.

„Emily war es auch, die einen seltsamen Fleck in der Schneelandschaft sehen konnte, zu dem wir dann am nächsten Morgen aufgebrochen sind. Kann sein, dass ich mich ein wenig lautstark über den Schnee beschwert habe, aber konnte trotzdem erstaunlich gut mit den anderen mithalten. Mitten in der Einöde stießen wir dann auf diese Hütte, die Irene aus einer Eingebung heraus von der Aschefläche aus, die wir dort gefunden hatten, aufgespürt hatte. Nach kurzer Durchsuchung fanden wir eine klappe, die in den Keller führte. Niels hatte wohl einen kurzen Flashback in seine Jugend und wollte auf keinen Fall mit in diesen engen dunklen Raum dort unten. Der Junge muss echt eine beschissene Jugend gehabt haben. Traditionelle Jägerfamilie. Was will man da auch schon erwarten. Naja, Emily ist dann bei ihm geblieben, während wir anderen uns dann im Keller umgesehen haben. Fanden die Überreste einer Leiche, zusammen mit einer Arte Tagebuch, in dem der Verfasser auch die schwarzmagischen Sprüche und Handlungen beschrieben hatte, um sein Ziel zu erreichen: Die Beschwörung eines Dämons, den er zu erpressen suchte, um seine Tochter aus der Hölle zu befreien. Anschließend überraschte mich Irene mit etwas, dass ich mal wieder nicht von Ihr erwartet hätte: Sie redete Bart aus die Leiche sofort zu salzen und zu verbrennen, was ich total von ihm erwartet hatte, und schlug vor den Geist dieses Mannes zu beschwören, um mehr herauszufinden. Mit nur wenigen geübten Handgriffen und erstaunlich wenig Absicherung machte sich Irene an die Arbeit, gleich nachdem Bart überzeugt war. Mit vereinten Kräften bekamen wir aus dem Geist heraus, dass er die Beschwörung des Dämons abgeschlossen hatte, ihn aber aufgrund eines Herzversagens im falschen Augenblick nicht unter Kontrolle bringen konnte. In seiner körperlosen Rauchform musste der Dämon hier ausgeharrt haben, bis ihn schließlich eine Familie im letzten Sommer aus seiner Misere befreite. Dies musste die Quelle der ganzen Asche sein, und war wahrscheinlich auch die Ursache für das Verschwinden der Studenten. Der Geist teilte uns noch mit, dass er es natürlich nicht mehr schaffen konnte seine Tochter zu befreien und dass auch keine Hoffnung mehr dazu bestand. Er wollte also von uns in die ewige Ruhe geschickt werden, sobald wir mit ihm fertig wären, was Bart dann auch bereitwillig erledigte. Bart schien außerdem recht besorgt, dass ich etwas mit dem Buch dieses Schwarzmagiers anstellen könnte und sicherte es sofort nachdem wir hier fertig waren. Keine Ahnung woher seine Sorge stammte, habe aber gerne mitgespielt und so getan als würde es mich tatsächlich stören nicht an das Buch zu kommen. Soll er doch denken, dass ich Interesse daran habe, jemanden aus der Hölle zu befreien.“

Man hört Flann kurz auflachen.

„Bart ist schon ein seltsamer Kauz. Bedroht Julianna auf der einen Seite, dass sie bloß nicht auf die Idee kommen solle, ihre Kräfte für das Dunkle und Habgierige einzusetzen, wie es die Meisten Hexen tun, und will sie auf der anderen Seite vor mir Schützen, der doch mit dem geschaffenen Abstand nichts anderes als ihr Wohl erhalten will. Verdammt, ich meine, es ist ja nicht so, als wüsste ich nicht genau, was ich ihr angetan habe. Uns beiden, um genau zu sein. Kann aber nicht über meinen Schatten springen. Da ist nun mal noch etwas unerledigtes in meinem Leben, dass natürlich ausgerechnet jetzt wieder zu Tage treten und mich mit Hoffnung und Sehnsucht erfüllen muss. Hannah ist noch da draußen und ich werde sie finden. Wenn ich ganz viel Glück habe, schaffe ich es vielleicht sogar uns beide aus der Dunkelheit herauszuziehen wenn es so weit ist. Aber bis es so weit ist, muss ich wohl noch einiges herausfinden.“

Man hört Flann am Radio herumfummeln, und nach wenigen Momenten dröhnt The Pretty Reckless mit der zweiten Strophe von Take Me Down aus den Boxen: „…Standing at the crossroads, A dried up pen in hand, The conversation went like this, ‘Tell me your desire why you pulled me from the fire, and we’ll seal the deal with a kiss’ …".

“Zurück zur Hütte. Während wir noch mit dem Barbeque der Überreste des Schwarzmagiers beschäftigt waren, hatte Niels offenbar eine Spur gefunden, der er ohne zu zögern folgte. Emily wollte ihn nicht allein ziehen lassen und stürmte hinter ihm her, ohne uns ein Wort der Warnung herunterzurufen. Auf diese Weise war der Kampf für die Beiden schon fast verloren, als wir endlich auch ihren Spuren zu einer kleinen Höhle in der Nähe gefolgt waren. Ich bin niemand, der Selbstbeweihräucherung betreibt, aber Aufgrund von Niels’ gnadenloser Selbstüberschätzung habe ich wohl tatsächlich den Tag gerettet, denn am Ende waren es tatsächlich meine Kugeln, die Irene und Bart vor Schlimmerem bewahrten, während Emily und Niels bereits bewußtlos am Boden lagen. Es waren die Mutter der Familie, die letzten Sommer hier oben in einem Feuer umkamen, und eine Art Raubkatze, die wir bei dieser Höhle fanden. Außerdem versuchte der formlose Dämon gerade einen der Studenten zu besetzen, der anscheinend vor kurzen gestorben war. Wir konnten am Ende Sowohl die Frau und die Katze besiegen, als auch den Rauchdämon vertreiben. Konnten sogar Niels’ Kommilitonen, sowie zwei seiner Freunde retten. Niels und Emily mussten aber, genau wie die Studenten, zunächst ins Krankenhaus. Sind noch so lange in dem Ort geblieben, bis wir Niels wieder mit zu Irene nehmen konnten. Emily war schon vorher mit Bart wieder abgedüst. Sie konnte die Krankenhausatmosphäre wohl überhaupt nicht ertragen.”

Man hört Flann ein wenig tiefer durchatmen, während Taylor Momsen die letzten Zeilen des Lieds schmettert: “Sign with the Devil, take me down, won’t you take me down!”

“Der Junge ist echt okay. Ein bisschen verdreht vielleicht und mit nem massiven Knacks aus seiner Jugend, aber ansonsten ein aufrechter junger Mann, der seine schlimmsten Fehler noch vor sich hat. Vielleicht habe ich ihm aus diesem Grund nach seinem Versagen beigestanden. Wer weiß, vielleicht kann ich ja auch mal der gute Samariter sein, den Bart die ganze zeit darzustellen versucht, und dem Jungen in dieser schweren Zeit ein wenig zur Seite stehen und ihn womöglich vom nächsten Fehler abhalten. Habe Ihm zumindest eine Möglichkeit gegeben mich über Irene zu erreichen. Sollte ihr das wohl besser auch noch sagen.”

Man hört Flann wieder im Hintergrund lachen und dann endet die Aufnahme.

Tale_of_Snow_Blazes.JPG

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Timberwere

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