Mädchenkram - Supernatural

The banned demon

Ich war gerade auf dem Rückweg vom Verbindungshaus und hatte mich wie versprochen bei Bart gemeldet. Wir verabredeten uns auf eine nahegelegenen Parkplatz in Vermont. Er meinte zu mir, das Niels, ein Freund von ihm Hilfe braucht und es einfacher wäre, wenn wir mit seinem Wohnmobil fahren würden. Also parkte ich meine Wagen in nähe von Ethans Wohnung und holte zwei Taschen und mein übliches Equipment aus dem Wagen und verstaute es im Wohnmobil. Danach setzte ich mich auf dem Beifahrersitz und wir fuhren nach Burlington, um uns mit den anderen zu treffen. Dort angekommen warteten Niels, Irene und Flann schon auf uns. Jetzt wunderte mich auch nichts mehr. So klein war die Welt. Wir begrüßten uns kurz. Niels war der junge Mann den ich in Baltimore auf der Silvesterfeier kennengelernt habe. Es war nett ihn wieder zutreffen. Niels erzählte uns auch gleich was los war und worum es ging. Ein Kommilitone von Niels, Will Hensley, ist verschwunden und mit ihm drei seiner Freunde. Sie hatten ein langes Wochenende in Idaho geplant. Mitten im Nichts, auf einem Feuerwachturm der im Winter vermietet wird. Doch seit einigen Tagen sind sie verschwunden, die Suchtrupps haben auch keine Hinweise gefunden, wo die vier abgeblieben sind. Also wollte Niels mal nachschauen gehen, aber nicht alleine.

Wir hatten beschlossen mit zwei Wagen nach Idaho zu fahren. Irene, Niels und Flann wollten zusammen Irene’s Defender nehmen und ich blieb bei Bart im Wohnmobil. Es schien eine lange fahrt zu werden, also nutzte ich die Chance in Ruhe mit Bart zu reden, ihm alles erzählen. Naja zumindest fast alles.

Bis Idaho kamen wir gut durch, etwas schwierig wurde es, als wir mitten durch den Wald mussten. Die Wege waren schneebedeckt, Bart und Irene hatten einige Probleme mit den Wagen voranzukommen. Den Trailer mussten wir an einer Abzweigung vom Hauptweg in einer Bucht zurücklassen. Niels wollte zum Turm laufen und ich fand die Idee auch gut und habe beschlossen mit ihm zu gehen. Niels schlug vor, dass auch Flann mitgeht, aber dieser winkte ab und meinte er geht schon ins Fitness-Studio, dass würde ausreichen. Außerdem war es ihm viel zu kalt. Womit Irene ihn aufzog. Ich warf meine Sachen in Irene’s Auto und nahm nur mit, was ich unbedingt brauchte.
Ich sah wie Niels meinen Bogen bewunderte und meinte der mache keinen Lärm, dann deutete Niels auf seine Winchester und sagte, die sei nicht so leise. Ich musste schmunzel.

Wir gingen nicht an der Straße entlang, sondern mitten durch die Wildnis. Mir machte der Schnee wirklich zu schaffen, ich war es zwar gewohnt durch den Wald und Kälte zu laufen, aber Schnee und Eis eher nicht. Mir machte es auch zu schaffen, dass es so furchtbar hell war. Ich hatte ganz vergessen, wie grell Schnee war, vor allem wenn die letzten Sonnenstrahlen darauf trafen. Ich hatte echt meine Schwierigkeiten damit, aber zum Glück hatte ich eine Sonnenbrille dabei. Niels schien das nichts auszumachen. Es schien fast so als wäre er es gewohnt.

Man was habe ich das vermissst.
Es ist schon komisch wie das leben so spielt.
Damals wollte ich unbedingt dort weg.
Wollte nach Hause und jetzt. Jetzt hier draußen zu sein, herrlich.
Es ist fast wie Freiheit.

Nachdem ich die Sonnenbrille aufgesetzt ging es etwas besser. Wir gingen querfeld einen Hügel hinauf. Von oben sahen wir einen See und den Highway, der Ausblick war gigantisch, nur etwas störte mich, es war ein Stück entfernt im Wald, dort könnte es mal einen Waldbrand gegeben haben. Ich hatte den Eindruck, dass der Schnee an manchen Stellen nicht so hell war, Niels kam es so vor, als würde ein Schatten auf dem Schnee liegen, aber der Schatten passte nicht so recht. Ich wollte eigentlich einen Umweg machen, aber Niels meinte es sei besser, erst zu den anderen zu gehen. Es würde auch schon dämmrig werden. Ich beobachte den Schatten noch eine Weile und sah eine Bewegung am Waldrand. Ich hatte Niels nichts gesagt, schließlich waren wir in einem Wald. Das könnte alles gewesen sein und ich wollte keine Panik machen oder als hysterisch abgestempelt werden. Als wir den Hügel auf der anderen Seite wieder herunter kletterten rutschte ich aus, doch Niels fing mich auf. Als ich wieder festen Boden unter den Füssen hatte, löste ich mich gleich wieder. Niels guckte etwas verwundert, sagte aber nichts.

Meine Güte der hält dich doch für völlig bekloppt.
Na toll, wahrscheinlich denkt er “In der Wildnis mit ner Irren, yeah.”

Wir kamen am Turm an, die anderen waren auch erst kurz vor uns eingetroffen. Irene wirft einen Schneeball nach Flann. Der sich gleich beschwerte, dass der mist Schnee einen Weg in seine Schuhe gefunden hat und wischt sich den Schnee aus dem Gesicht.

Wir hatten uns den Feuerwachturm angemietet und waren sogar die Nachmieter nach Will und seinen Freunden, aber im Turm war kein Hinweis, wahrscheinlich hat der Suchtrupp schon alles weggeschafft. Niels erzählte uns, dass es in der Chatgruppe hieß, sie seien wandern gegangen und nicht zurückkehrt. Wir standen noch eine Weile vor dem Turm und Irene fragte Bart, ob es möglich wäre beschädigte Seelen zu heilen. Flann hingegen schien die ganze Sache hier draußen gar nicht zu gefallen.

Tja, hier draußen in der Wildnis ist das schon was anderes,
als in ein gemachtes Nest zu kommen. Aber ich bin mir echt nicht sicher,
ob es eine gute Idee war ihn mit auf so eine Jagd zu nehme.
Der Überlebt doch keine zwei Stunden hier draußen.

Flann suchte die Toilette und ging den Turm rauf, der Turm hatte jedoch nur ein Plumpsklo, welches draußen steht. Wir holten noch unsere Sachen aus Irene’s Auto, dass auch ein Stück weg vom Turm parken musste. In der Zwischenzeit hatte Flann auch die Toilette gefunden. Nachdem er zurück war und immer noch vor sich hin fluchte platzte es aus mir raus. Ich wollte gar nicht so Barsch sein. Aber ich fragte ihn, warum er überhaupt mitgekommen ist, wenn ihn das hier alles so stört.

Wir inspizierten den Turm. Der war mit dem nötigsten ausgestattet, auf der einen Seite befanden sich der Funk, ein Logbuch, die Feuerwachausrüstung und eine Karte etc. Auf einer weiteren Seite des quadratischen Raumes gab es den Ofen, Gasherd und kleine Schränke, in dem sogar ein paar Lebensmittel vorrätig waren. Auf der letzten Seite gab es zwei große Betten, in die je 2 Leute passen. Ich schaute mir die Betten an.

Na super, dass kann ja heiter werden,
aber erstmal abwarten.

Bart und Irene unterhalten sich in der Zeit leise über heilen oder retten von Seelen. Ich hab es nur am Rande mitbekommen und wollte nicht lauschen, es geht mich nichts an, wenn ich es wissen soll, werden sie es mir sagen. Niels machte ein Feuer im Ofen an und Flann kam gleich dazu und drängelte sich mit an das Feuer. Niels sieht Flann an und die beiden Unterhalten sich leise. Flann lacht auf. Ich ging vor die Tür, um frische Luft zu schnappen, drinnen wurde es mir echt zu warm und ich brauchte einfach einen Moment für mich. Nach einer Weile deuteten die anderen an, dass ich wieder reinkommen sollte. Ich atmete nochmal tief durch und ging dann wieder zu den anderen. Ich erzählte ihnen von dem Schatten oder besser den dunklen Fleck den ich gesehen habe. Von der Bewegung sagte ich nichts, wie gesagt es ist ein Wald, doch im Nachhinein wäre es vielleicht besser gewesen, aber gut ich konnte es ja nicht mehr ändern. Nachdem Flann wieder angefangen hat, bzw. noch gar nicht aufgehört hat rumzunörgeln rutschte mir raus, dass er nicht jammern soll, sondern jetzt mal richtig arbeiten muss. Ich wollte, dass eigentlich gar nicht.

Ich weiß auch nicht warum mich dass so auf die Palme bringt.
Hm, vielleicht weil ihm sonst alles so leicht von der Hand geht. Ach was weiß ich.

Flann sagte nur er habe nicht gewusst, wie schrecklich und kalt es hier ist. Er suchte im Turm nach etwas hochprozentiges und wurde auch fündig. Irene und ich sagten, dass er nicht so viel davon trinken soll, weil er sonst schnell auskühlt, aber was mit trinken würde ich auch. Gute Einschlafhilfe. Niels macht eine Anspielung, dass wohl irgendwas vorgefallen war als Niels und Flann das letzte mal zusammen getrunken hatten und wollte daher lieber nicht mittrinken. Bart hatte auch nur einen kleinen Schluck in seinen Tee gegeben.

Beim Abendessen erzählten Niels und ich wo wir die dunkle Stelle gesehen hatte und dass wir uns die morgen mal ansehen wollten. Irene wollte wissen, wie man eine Seele flicken kann. Sie sagte, es sei “ein guter Bekannter”, um den es gehe. Ich hatte eine vage Vermutung, wer es sein könnte, aber Irene hat sicher viele Bekannte, also verwerf ich diesen Gedanken wieder. Niels schweigt erst und meint kurz darauf, dass sein Vater so etwas gewusst haben könnte. Irene fragte welcher Vater, was mich ein wenig verwirrte. Darauf hin antwortete Niels sein biologischer Vater. Und ich verstand, zumindest zum Teil. Bart und Irene beschlossen mit Niels später da hinzufahren. Dann brauchte ich mir keine Gedanken mehr um Bart zu machen, sollen die drei losziehen und Seelen retten. Bart scheint wegen Niels Vater echt überrascht zu sein.

Ist vielleicht besser so.
Ich merkte schon wieder wie ich klammerte.
Erst Ethan, dann Bart. Mein Gott, sie haben ihre eigene Probleme.
Hör auf den Leuten sprichwörtlich auf den Sack zu gehen.
Wer ist als nächstes dran. Niels. Irene. Flann.
Du hast es alleine aus dem Fegefeuer geschafft.
Krieg dein leben endlich in den Griiff.

Bart sagte noch, dass er einen im Vatikan kennt den er vielleicht einen Brief schreiben könnte. Ansonsten gäbe es da noch einen Massenmörder. Irene bedankte sich und meinte, dass sie das mal im Hinterkopf behalten würde, aber ganz weit hinten. Darauf sprang Flann an und meinte Apropos, Massenmörder, dann fragte er was wir von dem neuen Präsidenten halten würden. Niels antworte bloss, dass er jeden Tag auf einen Brief wartet, dass er ausreisen soll. Ich meinte, dass mich solche Belange nicht interessieren. Irene überlegte, ob sie sich einen australischen Akzent zulegen, ob sie heiraten oder ein Studium anfangen soll. Daraufhin meinte Flann reiche Leute werden nicht ausgewiesen. Niels sagte trocken nein, nur Schwule und Deutsche.
Nachdem Abendessen tranken wir noch Bärenfang. Zumindest Flann, Irene und ich. Nach dem fünften Bärenfang ist Flann aufgetaut und Irene fragte, ob sein Dämoneninteresse mit der Frau aus deinem Traum zu tun hat. Flann setzt sein Pokerface auf und sagte dann, dass sie nicht über irgendwelche Träume reden wollten. Das Gespräch kehrt wieder zurück zu Bart und Irene und der Seelengeschichte. Bart erzählt Irene etwas von einem Messer, das Seelen fressen kann, aber er hat Probleme damit, dies einem zeitweiligen Egomanen in die Hand zu geben.

Ich stand auf und schaute nochmal nach draußen, ich hatte hier ein ganz ungutes Gefühl bei der Sache. Ich machte mich auf dem Weg nach draußen, wollte mich ein wenig umsehen, natürlich wäre ich beim Turm geblieben, na gut aufs Klo musste ich auch. Bart bittet Niels, mich zu begleiten, auch wenn ich das etwas übertrieben fand.

Hmpf, was soll denn schon passieren.
Ich bin kein wehrloses kleines Mädchen. Bestimmt nicht,
aber auf so eine Diskussion wollte ich mich auch nicht einlassen.

Niels meinte dann zu mir ich solle keine Angst haben, er würde vor der Tür warten. Eigentlich war es von mir nur eine Trotzreaktion und natürlich hätte es mich gestört, aber ich sagte ihm, dass er meinetwegen mit rein gehen könne. Ich war echt froh, dass er draußen gewartet hat. Nachdem ich fertig war gingen wir wieder hoch in den Turm. Beim nach oben gehen, fiel mir auf, wie still es war. Niels versuchte mich zu beruhigen und meinte im Winter wäre das normal, dass der Schnee die Geräusche dämmt, die stille fand ich schlimmer als das Knurren, Geheule und die anderen Arten von Geräuschen die mich dort umgeben hatten.

Als es an der Zeit war schlafen zu gehen, teilten wir die Betten ein und es ging problemloser als ich dachte. Bart und Irene teilten sich ein Bett und Flann überlegt kurz, ob er lieber friert oder mit Niels in einem Bett schlafen wollte. Flann fragte Niels jedenfalls, ob er mit ihm ein Bett teilen würde. Dies klang ein bisschen merkwürdig und ich konnte mir ein grinsen nicht verkneifen. Niels zog die Augenbraue hoch und meint dann zu Flann, ob sie das Thema nicht schonmal hatten und er wüsste wie das ausgegangen war. Flann sagte, dass er nicht glaubte, dass Niels beißen würde, doch dieser zierte sich noch etwas. Daraufhin meint Flann, Niels sehe ja nicht aus wie ein Vergewaltiger. Niels antwortete trocken, er sei schwul, nicht Notgeil. Jetzt verstand ich auch die ganzen Anspielungen.

Ich legte mich mit mit meinem Schlafsack und einigen Decken in einer Ecke und las noch ein wenig in dem Buch, welches ich von Bart bekommen habe.

Daher läuft der Hase, eigentlich schade.
Ein Verlust für die Frauenwelt.

Die Nacht verlief relativ ruhig. Ich habe zwar nicht gut schlafen, trotz des Bärenfangs, also stand ich schon sehr früh auf, heizte den Ofen an, machte Kaffee und Tee und bereitete das Frühstück vor. Vielleicht war der Kaffee etwas stark, weiß gar nicht wann ich das letzte mal Kaffee gemacht hatte, aber beschwert hatte sich zumindest niemand.

Ich bemerkte, dass Bart und Niels auch einen sehr unruhigen schlaf hatten. Musste wohl am Jägerleben liegen, obwohl Irene relativ ruhig geschlafen hat, davon abgesehen, dass sie Bart’s unruhigen Schlaf anscheinend störte, so dass sie ihn umklammerte. Selbst Flann schlief unruhig.

Sollte ich mir wegen Irene sorgen machen?
Sie wirkte als hätte sie auch viel mitgemacht, vielleicht verarbeitet sie es besser,
vielleicht kennt sie eine Technik. Hm, sollte ich sie mal fragen?

Nach und nach standen alle auf und frühstückten. Beim Frühstück erzählte Flann noch von einem seltsamen Traum den er hatte und wollte wissen, ob wir auch sowas komisches geträumt hatten, aber uns anderen hatten bloß die üblichen Dämonen heimgesucht.

Wir wollten nach dem Frühstück los, zu der Stelle, die Niels und mir schon gestern aufgefallen war. Flann verzog das Gesicht, man sah ihm an, dass er nicht so begeistert war von unserem vorhaben. Aber was hat er gedacht, dass wäre ein Urlaub. Niels animierte ihn in dem er meinte dann könne er sich heute abend auf den Schnaps freue. Dass überzeugte Flann.

Niels sagte etwas zu Flann, aber ich bekam nur das Ende mit, dass wenn Niels Flann geschlagen hat, es diesmal ein versehen war. Da musste ich lächeln. Irgendwie scheint Flann eine Eigenschaft dafür zu haben, von anderen geschlagen zu werden.

Flann wollte wissen, ob es eine Möglichkeit gab, dass er keinen Schnee in die Hose bekam. Bis auf Socken in die Hose, was Niels vorgeschlagen hat, wussten wir keinen Tipp. Flann ist wirklich nicht für den Winter gemacht, langsam tut er mir ein bisschen leid. Flann sah enttäuscht aus, ich glaube dass hat er nicht gemeint, eher sowas wie Sleeves oder anderen Outdoorkram was man überziehen konnte. Nachdem sich alle vorbereitet hatten gingen wir los. Niels und ich wussten ja , wo wir hin mussten.

Irene hatte ein wenig recheriert und herausgefunden, dass es im Sommer ein Feuer in der gleichen Richtung gab, aber der “Schatten” den wir sahen, war an einer anderen Stelle. Eine Familie mit zwei Kindern waren in dem Bereich ebenfalls verschwunden, zumindest hat man ihre Leichen nicht gefunden.

Ich gehe voran und Niels bleibt mit Flann hinten, Flann zieht aber an Irene vorbei nach vorne, die noch ein wenig verkatert ist. Ich merkte, dass ich auch nicht auf der Höhe war, vielleicht war das doch ein Bärenfang zu viel.

Als wir an die Stelle kamen, sahen wir auch warum der Schnee uns dunkler vorkam. Er sah grauer aus, weil da Asche auf dem Schnee lag. Aber die Stelle ist nicht Rund oder zeigte irgendeine eine andere Art von Auffälligkeit. Es scheint als läge bereits frischer Schnee darüber. Die Bäume sind hier auch verbrannt oder zumindest angekokelt. Irene riecht an dem Schnee und bemerkt, dass er verbrannt riecht. Jetzt wo wir vor Ort sind, bemerkten wir, dass es mehrere Stellen gab, als wir aus der Entfernung gesehen haben. Niels gräbt etwas im Schnee und bemerkt, dass die Stellen nicht tief sind. Es sieht so aus, als sei etwas durch den Schnee gelaufen und hat dabei Asche abgeworfen.

Irene untersuchte die Spuren, die tiefer in den Wald führten. Es sah fast so aus, als sei etwas in den Wald reingelaufen und hätte die Bäume angestoßen. Irene meinte, dass es ein vielleicht ein Ent gewesen sein könnte. Niels fragte verwundert, was ein Ent ist. Irene machte eine Film Anspielung. Niels sagte, dass er nur die Bibel kennt, dann fiel ihm der Film wieder ein.

Aus was für eine schreckliche Familie muss er kommen.

Irene folgte den Spuren zu einer Hütte. Niels zog seine Luger und lud sie durch, ich setzte einen Pfeil auf den Bogen, breit zum Schießen. Die Hütte war sehr gut verborgen, aber war auch ziemlich abgebrannt. Wäre hier kein Feuer ausgebrochen, hätten wir sie wahrscheinlich gar nicht entdeckt. Die Aschespuren führten um die Hütte herum. Flann geht mit Irene direkt mit. Bart, Niels und ich gehen langsam hinterher. Ich hatte ein ganz mieses Gefühl bei der Sache. Dass die Hütte überhaupt noch stand ist ein Wunder, wie verbrannt sie aussah, dennoch betraten Irene und Flann sie langsam. Die beiden haben sich in der Hütte umgesehen. Fanden dort drei verkohlte Gestalten. Wir anderen kamen dazu und mein Eindruck wurde bestätigt, dass das Feuer sei von hier ausgegangen, dass hier ist Ground Zero.

An einer Luke die anscheinend in den Keller führte ist das Feuer ausgebrochen und die Tür zur Luke nicht mehr vorhanden. Niels blieb an der Tür zur Hütte stehen und spielt mit seinen Zungenpiercing rum. Irene streut in der Zwischenzeit etwas Salz auf die Skelette, um auf nummer sicher zu gehen. Niels schien Panik zu kriegen, Bart meinte Niels sollte sich doch oben etwas weiter umsehen. Ich bot mich an, ebenfalls oben zu bleiben, damit Niels nicht alleine ist. Bart fragte dann wo wohl die vierte Leiche abgeblieben ist. Niels geht wieder nach draußen und sackte auf seine Knie und atmet tief durch und murmelt etwas in, wie ich vermutete, Deutsch. Sicher war ich mir aber nicht. Ich ging hinterher und fragte ihn, ob alles in Ordnung sei. Er antwortete etwas verwirrend, meinte dann aber, dass immer, wenn er etwas nicht richtig gemacht hatte sein Stiefvater ihn in den Keller gesperrt hatte. Er hatte häufig Dinge falsch gemacht.

Wusste doch, dass da was faul ist, echt übel.
Ich hatte es besser. Zumindest damals.

Iagte, wir sollten uns hier mal etwas umsehen. Ich spürte dass da noch mehr wach antworte ihm, dass es mir sehr leid tut. Es wirkte so, als wenn Niels noch etwas sagen möchte, aber schweigt dann doch und stand auf und streckte sich. Dann sah er mich an und sr, aber er wird schon was sagen, wenn er soweit ist oder mir vertraut. Schlimme Dinge zu erzählen kann verdammt schwierig sein, dass wusste ich nur zu gut. Niels meinte nur, dass er wohl klar kommt, er hatte es nur zu lange verdrängt. Ich bot ihm an, dass er mit mir reden kann, wenn er mag und Niels sagte, dass das für mich auch gilt.

Wir sahen uns etwas um, um besser sehen zu können, kletterte ich auf einen Baum. Niels ging an der Hütte vorbei und findet schließlich Schneeschuhspuren. Diese kreuzten sich mit den Aschespuren. Niels rannte los und folgte den Spuren. Als ich sah, dass Niels los rannte, sprang ich vom Baum und lief so schnell ich konnte hinterher, was bei dem Schnee gar nicht so einfach war. Dabei vergaß ich, den anderen im Keller Bescheid zu geben. Nochmals durfte ich keinen verlieren. Als ich zu einer Lichtung kam, sah ich eine Felswand, in der eine Höhle war. Es war leises Wehklagen aus der Höhle zu hören. Vor der Höhle waren zwei Gestalten, eine lag am Boden und war schon ziemlich verbrannt und eine schemenhafte Gestalt war darüber gebeugten. Eine dritte Gestalt die stark verbrannt aussah kämpfte gegen Niels. Ich wollte ihm zu Hilfe kommen, doch ein verkohlter Wolf oder Fuchs oder was es einmal gewesen war sprang mir in den Weg.

Das verbrannte Wesen griff Niels an und er schoß auf die Gestalt, was jedoch keine Wirkung zeigte. Er wollte die Waffe wechseln, aber dann schaffte es das verbrannte Wesen Niels anzugreifen und nahm ihn in einen Ringergriff. Dabei wurde Niels leicht angesengt. Niels schaffte es, sich aus dem Würgegriff zu befreien, stolperte aber und fiel hin, dass nutzte das verbrannte Wesen und ging auf Niels zu und flammte nochmal zusätzlich auf und steckte Niels in Brand. Der wälzte sich sofort im Schnee, um das Feuer was ihn entzündete zu löschen. Ich hatte keine Chance näher an Niels ranzukommen. Vor mir war immernoch das Tierwesen, ich schoß einen Pfeil, aber dass Tierwesen war so furchtbar schnell, dass ich es nur an der Pfote traf. Das korrumpierte Tier griff mich an, ich wollte ausweichen war aber zu langsam und es zog mir seine Krallen quer über die Hüfte.

Niels versuchte, sich vor dem Wesen zu retten und wollte auf allen Vieren wegrobben, aber das Wesen setzte ihm nach und dabei verstauchte Niels sich anscheinend das Handgelenk und blieb liegen. Das brennende Wesen lässt von ihm ab und kam langsam auf mich zu.

Das kann ich unmöglich schaffen, dass scheiß Vieh ist schon ein Problem,
aber gegen beide kann ich es nicht aufnehmen, wegrennen ist auch keine Option.
Zumindest lässt es Niels in Ruhe.

Die wabernde Gestalt kam auf Niels zu. Mir wurde schlecht. Ich hatte keine Ahnung, was ich machen sollte und wenn uns die anderen hier nicht fanden oder zu spät herkamen.

Ich hätte ihnen Bescheid geben müssen. Verdammt.

Das stark verbrannte Wesen kam jetzt auf mich zu, als es merkte, dass von Niels keine Gefahr mehr drohte. Doch diese Kreatur war bei weitem nicht so schnell und ich konnte ihm ausweichen in dem ich einen Schritt nach hinten machte.

Zum Glück kamen in diesem Moment Irene, Flann und Bart. Ich wusste nicht wie lange ich gegen die beiden Wesen durchhalten würde. Irene schießt auf das große brennende Wesen, und auch Flann schießt und trifft es am Knie. Bart ging in den Nahkampf, um mir zu helfen. Er stach mit einem Silbermesser zu und traf das Wesen ins Herz. Das Wolfswesen biss mir ins Bein, ich hatte keine Chance ihm auszuweichen, hinter mir war ein Baum und zur Seite war kein Platz. Irene schießt wieder auf das verbrannte Wesen, das sich verzweifelt wehrt, sie schoß ihm den Arm weg. Das verbrannte Wesen flammte erneut auf und Feuer schlug uns entgegen. Ich war so überrascht von dem Angriff, dass das Feuer mich mit voller Wucht erfasste, ich ging dabei in Flammen auf und warf mich auch sofort in den Schnee, um das Feuer zu löschen. Dann wurde alles schwarz.

In dem Augenblick, als bei mir das Licht ausging war ich wieder im Fegefeuer und die Monster und Alpträume wieder da. Ich sah keinen Ausweg, ich kam nicht daraus. Es war so real.

Im Krankenhaus hat Flann erzählt, dass uns ein Bär angegriffen hätte, der dafür gesorgt hat, dass Niels und ich ins Feuer gefallen sind. Er muss es so überzeugend erzählt haben, dass man ihm, dass anstandslos abgenommen hat.

Ich kam erst im Krankenhaus wieder zu mir. Zuerst war ich irritiert, dann kamen die Erinnerungen. Mir tat alles weh und ich konnte mich kaum bewegen. Es waren unbeschreibliche Schmerzen. Von den anderen habe ich erfahren, dass Niels lebt, er aber auch ganz schön was einstecken musste. Ich war froh, zumindest lebte er. Auch drei der vier verschwunden Studenten konnten wir retten.

Hinterher hörte ich die ganze Geschichte. Ich bin mir nicht mehr sicher, wer sie erzählt hatte. Aber die schemenhafte Gestalt war ein Dämon, den der Mann in die Lavalampe gebannt hatte, aber er hatte Herzinfarkt bekommen bevor er das Ritual beenden konnte. Die Familie ist über die Hütte gestolpert, weil sie sich verlaufen hatten und eines der Kinder hat den Dämon aus der Lampe gelassen und die Seelen waren sofort in die Hölle gefahren. Die Mutter hatte “überlebt”, und der Dämon hat ihr angeboten, dass sie “Ersatzseelen” beschaffen sollte, damit ihre Familie aus der Hölle freikommt. Als die Mutter vorher starb ehe sie genug Seelen beschaffen konnte, an denen sich der Dämon nähren und voll funktionsfähig machen konnte, war der Dämon entsprechend gefrustet.

Ich bin nur eine Nacht Krankenhaus geblieben, dann habe ich mich aus dem Krankenhaus selbst entlassen, die Ärzte waren natürlich nicht so begeistert, aber Bart versicherte ihnen, dass er sich um mich kümmern würde. Naja, wir werden mal sehen. Wir sind mit dem Wohnmobil zurück nach Vermont gefahren. Auf dem Rückweg habe ich die meiste Zeit geschlafen, mit Hilfe von Schmerzmittel. Die Wunden und Verbrennungen taten höllisch weh, ich wachte immer wieder auf. Dann setzte ich mich für einige Minuten auf den Beifahrersitz, bevor ich mich wieder hinlegte. Ab und zu habe ich Bart erwischt, wie er mir frische Verbände anlegte. Ich tat dann so als würde ich es nicht mitbekommen. Ich wusste es musste sein, damit sich die Wunden nicht entzündeten. Es war mir dennoch nicht wirklich recht. Alleine hätte ich es aber wahrscheinlich nicht hinbekommen. Ich wollte nicht, dass er meine ganzen Narben sah, geschweige, dass er mich dafür halb ausziehen musste.
Zurück in Vermont nahm ich mir erstmal ein Motelzimmer, Bart kam jeden Tag vorbei und erneuerte die Verbände, was ich mit zähneknirschend über mich ergehen ließ.
Aber seine Berührungen störten mich kaum noch. Ich zuckte zwar noch bei der ersten Berührung zusammen, aber ansonst ging es.
Jetzt musste ich nur noch über meinen Schatten springen und es bei den anderen auch noch hinkriegen, aber wieder ein Schritt Richtung normalität.

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Timberwere

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