Mädchenkram - Supernatural

We are still in Kansas

Treffen Nick/Lucie in einem Diner irgendwo im Nirgendwo

In einem Diner in der Nähe von Emporia, Kansas, an der Route 35

Lucienne kommt gerade aus dem Norden, hat dort einige “Besorgungen” gemacht. Betritt das Diner in ihrer üblichen Motorradkluft und bestellt erstmal einen Kaffee.

Die letzten beiden Tage hatte Nick sich in einem der örtlichen Casinos aufgehalten, gerne stellte man solche Gebäude eher ins Nichts, irgendwo an einer Straße des Landes an den Rand einer Stadt. So auch in diesem Falle. Vielleicht war das Casino einmal im Besitz eines Indianerstammes gewesen, genauso gut möglich wäre es auch, dass sie sich einfach nur dieser Optik bedienten. So oder so wurde er von ihnen als Starspieler angeheuert. Er wird dafür bezahlt, Poker zu spielen, um zusätzliche Leute anzuziehen. Und wenn er gewinnt? Um so besser, dann hätte er das Turniergeld und seine Gage. Wie üblich hatte sich das Spiel bis tief in die Nacht gezogen und, wie üblich, wie könnte es auch anders sein, holte er sich zwei Schecks bei den Betreibern ab. Auch ihn hat es zufälligerweise in das Diner getrieben – primär deswegen, weil er nun, nebst dem Schlafmangel, die Gläser Bourbon bereut, die er gestern zu sich genommen hat – zumal er gerne während des Spielens vergisst, etwas anderes zu trinken. So brummt sein Schädel ziemlich stark, als er ins Diner hinein geht, sich eine große Tasse Kaffee holt und Rührei mit Speck bestellt. Er nimmt einen tiefen Schluck, blickt sich in dem Diner um… Nur um zu schmunzeln, als er den Hinterkopf von Lucienne erkennt. Ah. Das könnte noch interessant werden. Er schlurft zu ihr hinüber, ehe er hinter ihrem Rücken leicht seine Schultern richtet, seine Anzugjacke zurechtzupft und mit einer sehr überzeugenden Impersonation einer wachen Person, die nicht die letzte Nacht größtenteils in einem verrauchten Raum verbracht hat, sagt: “Ah, Fräulein Baker, schön dich zu sehen…” er lässt sich ihr gegenüber auf die Bank plumpsen.

Lucie sieht von ihrer Zeitung auf und ist erstmal irritiert, mit ihm hat sie hier nicht gerechnet. “Oh.. hi.” Es ist schwer zu erkennen, ob sie überrascht ist, oder ob sie sich freut, ihn zu sehen. Dann ein schmales Lächeln, Blick auf seine Kaffeetasse. “Noch einen? Du siehst aus, als könntest du es brauchen.” Eine Kellnerin bringt Lucie ihr Frühstück, die rührt es jedoch erstmal nicht an. “Was machst du hier? Und sag jetzt nicht, du bist meinetwegen hier. Das glaube ich dir nämlich nicht.” Sie sieht ihn durchdringend an, kann sich dabei aber das Lachen kaum verkneifen.

“Aber, aber,” leicht grinst er, “Würdest du mir nicht glauben, dass mich deine schillernde Persönlichkeit unwiderstehlich hierher lockte?” meint er lächelnd. “Sehe ich so schrecklich aus?” fragt er sie mit einem Zwinkern auf die Frage nach dem Kaffee und lehnt sich leicht vor. “Keine Sorge, ich hab die Tasse zum Wiederauffüllen… Ich glaube, um das zu bereden, hatten wir beim letzten Mal gar keine Gelegenheit. Ich bin Pokerspieler. Ich habe gestern an einem Turnier teilgenommen. Und was machst du hier?”

“Meine… schillernde Persönlichkeit?” Sie lächelt, aber sie fühlt sich wahrscheinlich schon etwas geschmeichelt. Sie macht dann erstmal eine Pause, isst und trinkt doch etwas und sieht ihn dann an, das Kinn auf die Hände gestützt. “Pokerspieler also? Damit kann man Geld verdienen? Interessant.” Kurze Pause. “Ich bin… ähm… auf der Durchreise.” Ihr Tonfall verrät deutlich, dass sie nicht über ihre Durchreise reden will. Sie lässt auch während der ganzen Zeit ihren Rucksack, der neben ihr auf der Bank steht, nicht aus den Augen. In dem stumm geschalteten Fernseher läuft jetzt ein Nachrichtenticker-Band durch, dass in Wichita in einem Wahlkampfbüro mehrere tausend Dollar abhanden gekommen sind, vom Täter fehlt jede Spur. Lucie sieht das auch, scheint aber nicht nervös zu werden, wenn man mal davon absieht, dass sie jetzt mit einer Haarsträhne spielt. “Und was hast du mit dem angebrochenen Tag vor, Morrissey? Bis eben wusste ich ja noch nicht einmal, womit mein… Ehemann sein Geld verdient.” Sie grinst bei diesen Worten, spielt aber weiter mit der Haarsträhne. “Ich bin gerade zu etwas Geld gekommen. Wenn du mir sagst, wo das nächste Casino ist, könnten wir die Bank knacken. Interesse?”

Während sie sich erklärt, leert Nick seine Kaffeetasse, lässt sie sich auffüllen, als die Bedienung vorbei kommt und auch ihm einen Teller auf den Tisch stellt, behält sie einen kurzen Moment im Blick, wirft dem Rucksack einen Blick zu, ehe er sich dem Essen zuwendet und sich hungrig Speck und Eiern widmet, jedoch nicht ohne sie ganz aus den Augen zu lassen. “Nun Miss Morrissey…” meint er mit einem schelmischen Grinsen, “wenn man so gut ist wie ich, kann man durchaus sein Geld damit verdienen.” Seine Augen zucken kurz zu ihrem Spiel mit der Haarsträhne. Interessant. Mit einem Schmunzeln blickt er ihr wieder in die Augen. Kurz heben sich seine Augenbrauen überrascht bei ihrem Vorschlag. “Du würdest dein Geld auf mich verwetten? Hm,” meint er brummend und mustert sie kurz, ehe er mit den Schultern zuckt, “80 Meilen von hier ist eine kleinere Stadt. Dort gibt es ein Casino, das High-Stakes Spiel anbietet. Ich kann dir aber nichts garantieren.” Nun, eigentlich schon. Er gewinnt immer. (Zumindest redet er sich das gerne ein.)

“Ich würde nicht nur mein Geld auf dich setzen, sondern auch mit dir antreten. Aber als brave Ehefrau sollte ich vielleicht nur hinter dir stehen und auf dich setzen.” Sie lächelt jetzt kokett über den Rand ihrer Kaffeetasse. “Und deine Gegner ablenken.” Sie überlegt kurz, guckt ihn dann an. “Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass du das nötig hast.” Sie isst und trinkt jetzt schweigend weiter, während sie aber auch immer die Tür im Blick hat und an Nick vorbeiguckt. Bei manchen Besuchern zuckt sie auch mal zusammen, entspannt sich dann aber wieder, wenn derjenige offensichtlich nicht der ist, auf den sie wartet – oder auf den sie eben nicht wartet. “80 Meilen von hier, sagst du? Warum nicht. Ich habe zur Zeit sowieso nichts besseres vor,” meint sie dann. Dann nochmal kurzes Schweigen, sie überlegt, guckt wieder zur Tür, scheint aber beruhigt zu sein. “Wo wir schonmal hier sind, können wir uns auch besser kennenlernen. Jetzt, wo wir verheiratet sind.” Bei der letzten Bemerkung grinst sie und macht Anführungszeichen in der Luft. “Ich weiß zum Beispiel noch nicht mal, wie alt du bist.”

“Soso, würdest du das?” lächelt er, seine Augen haben die ganze Zeit einen leichten Schlafzimmerblick, ob jetzt aus Absicht oder aus Schlafmangel ist eine andere Frage, mustert sie mit leicht schräg gelegtem Kopf einen Moment, “Ich bin mir sicher, dass du kein Problem haben dürftest, den einen oder anderen abzulenken. Erst recht nicht in einem Abendkleid,” brummt er, mit einem leicht schelmischen Schmunzeln, er denkt bei sich, dass es sich schon fast gehört, ein Kompliment zurückzugeben – nicht, dass es unwahr wäre. Doch während er spricht, behält er ihre nervösen Blicke im Auge, linst kurz selbst zur Türe. Wie nervös sie doch ist, lächelt ihr beruhigend zu, “Hmm, vielleicht wäre es an der Zeit,” murmelt er und grinst schelmisch, “Ich bin 25… Und dich frage ich nicht danach, eine hübsche Frau ist immer 21 und nie älter.” Er zwinkert ihr zu, ehe er einen weiteren Bissen von seinem Essen nimmt, wirft einen Blick auf den Motorradhelm, der wohl neben ihr auf der Bank liegt, “Ach, das Motorrad ist dein übliches Transportmittel? Hm, du machst darauf sicher eine gute Figur. Wo hast du es her?” fragt er neugierig.

Sie geht erstmal nicht auf die Frage ein. “25… soso. Und ja, natürlich 21. Zum wiederholten Mal.” Sie lächelte wieder, aber immer auf der Hut. Dann stellt sie die Kaffeetasse wieder hin und fährt mit dem Finger etwas versonnen durch auf dem Tisch verstreuten Zucker. “Die Bonneville?” fragt sie mit einem Blick auf ihr Motorrad. “Erbstück. Von meinem Großvater. Und ja, übliches Transportmittel, wenn du es so nennen willst. So bin ich schneller, wenn ich es mal… eilig habe.” Sie zeichnet weiter Muster auf dem Tisch, bis eine Bedienung kommt, Lucies Kaffeetasse auffüllt und mit einem schnellen Wischer den Zucker entfernt. “Wir können gerne mal eine Spritztour machen, wenn du willst.” Sie lächelt jetzt breit. “Einen zweiten Helm hab ich.” Sie wirft einen Blick auf seine Kleidung. “Etwas passenderes wäre allerdings nicht schlecht. Also, wenn du willst, sollten wir shoppen gehen.” Wieder ein Schluck Kaffee, ein Lächeln über die Tasse, und dann wieder ein Spielen mit der Haarsträhne. “Deine Frau lässt was springen.” Sie grinst, wirft ihm dabei aber einen tiefen Blick zu und beugt sich etwas vor, die Unterarme auf den Tisch gestützt, der Kopf leicht schräg.

“Ich dachte mir fast so etwas. Wirkt ziemlich alt, aber hübsch…” meint er mit einem Blick auf das Motorrad, nimmt einen tiefen Schluck aus seiner Kaffeetasse, wischt die letzten Brocken auf seinem Teller auf und lehnt sich leicht zurück, sie betrachtend. “Wenn du es eilig hast? Häufiger so, dass du ziemlich schnell woanders hin musst?” fragt er sie mit einem neugierigen lächeln. “Hmm.” Er schaut sich seine Anzugjacke an, “Ich sehe schon, was du meinst, eine etwas stabilere Jacke wäre vielleicht besser,” stimmt er ihr zu, nur um leicht zu grinsen, als sie sich vor lehnt, lässt es sich natürlich nicht nehmen seinen Blick ein Momentchen wandern zu lassen, ehe er antwortet, “Was bin ich dann, wenn du für mich Geld springen lässt? Dein Boytoy?” grinst er sie an, ehe er sich wieder aufrichtet, “warum nicht, ich finde du hast keinen schlechten Geschmack, und wer bin ich schon, so ein angenehmes Angebot abzulehnen.”

“Natürlich habe ich einen guten Geschmack. Ich hab dich geheiratet.” Sie grinst. “Und Boytoys habe ich mir irgendwie immer anders vorgestellt. Weniger… zerknittert. Mehr so The Real Housewives statt High Stakes Poker.” Sie zieht eine Augenbraue hoch und versteckt sich wieder hinter der Kaffeetasse. Die ist wahrscheinlich längst leer, aber dann sieht man nicht gleich, dass sie rot wird. Sie bestellt noch einen Kaffee. “Und ja, ich habe es häufiger eilig. Heute hast du aber Glück. Mein Terminkalender sagt, ich bin frei.” Sie lächelt ihm aufmunternd zu. Die Kellnerin kommt und füllt Lucies Kaffeetasse nach. Lucie bedankt sich, guckt dann wieder zur Tür und lässt die Tasse fallen. Die Kellnerin entschuldigt sich, Lucie ebenfalls, dann springt sie auf und wischt sich etwas übertrieben die Motorradkluft ab. “Ich… äh.. entschuldigung. Bin gleich wieder da.” Sie sieht nochmal zur Tür, dann huscht sie zwischen anderen Besuchern vorbei zur Toilette.
Falls Nick zur Tür guckt, fällt ihm vielleicht ein Latino auf, Ende 20, Anfang 30, schicker dunkelblauer Anzug, grauer Trenchcoat. Scheint eine der Kellnerinnen etwas zu fragen.

“Ah,” antwortet er ihr nur mit einem spitzbübischen Grinsen. “Das, meine Liebe, erklärt es natürlich,” murmelt er brummend, “aber wirklich? Meinst du nicht, du hast etwas besseres verdient als so ein geschniegeltes Ding?” fragt er, weiter dieses zu selben Teilen charmante und vertrackte Grinsen auf seinen Lippen. Beinahe hat sie etwas mädchenhaftes, als ihre Wangen sich hinter der Tasse leicht röten. Doch noch bevor sie antworten kann, springt sie auf, seine Augenbrauen heben sich leicht überrascht und er folgt ihr mit seinem Blick, als sie davon spaziert, fast schon in die Damentoilette huscht. Hm. Seine Augen wandern mit geübtem Blick dorthin, wo sie zuvor geschaut hat. Komischer Kerl. Vielleicht ein Ex? Wäre schon möglich, immerhin, wenn sie tatsächlich etwas Interesse an ihm hat – und er hatte sie zumindest schon zum Erröten gebracht – könnte der andere Kerl vielleicht in ihr… Beuteschema passen. Aber nein. Sein Blick ist zu kühl, der Anzug zu langweilig. Wahrscheinlich eine Art von Gesetzeshüter, er trägt den üblichen ausgeleierten Anzug, seine Schuhe sind abgewetzt – er sitzt damit also nicht nur an einem Tisch. Er betrachtet, wie der Mann seine Fragen der Kellnerin stellt, und zeitgleich entscheidet sich Nick dazu, die Tasche aus dem Weg zu räumen, rein sicherheitshalber. Mit seiner Schuhspitze fischt er den Rucksack von der Bank, – Gott, was war da drin? Geldbündel?.. Oh nein… Stellt ihn auf den Boden, schiebt ihn mit seinem Fuss unter die Bank, auf der er sitzt, blickt auf und lächelt den Latino an, der mittlerweile an ihn herangetreten ist. “Sir,” brummt Nick und lächelt erneut, bringt Dinge wie seinen Namen hinter sich, kurze Floskeln, die der Mann offensichtlich nur widerspenstig durchläuft, ehe der Latino zum Punkt kommt. “Kennen Sie die Frau, die vorher hier saß? Wo ist sie jetzt?” Der Pokerspieler lächelt. “Oh, Lucy? Sie ist… Hm, ich glaube sie pudert sich gerade die Nase. Ja, ich bin ihr schon, hm, einmal vorher begegnet.
Wir könnten also gerade so gut verheiratet sein,” antwortet er mit einem neuen, breiten Grinsen und einem sarkastischen Unterton in der Stimme.

Ein ganzes Weilchen plappert er den Gesetzeshüter zu, füttert ihn mit Trivia und falschen Details. Erst zehn Minuten später bemerkt dieser, dass er sich festnageln lässt. Amüsiert betrachtet Morrissey, wie der Trenchcoat zur Türe hinaus rauscht, das Motorrad schon lange weg. Er wartet, bis auch die Karre des Latinos auf dem Highway ist, steht dann in einer flüssigen Bewegung auf und greift sich den Rucksack, zahlt sein eigenes und Luciennes Frühstück, ein sattes Trinkgeld gebend, spaziert zur Türe hinaus, geht zu seinem Sportwagen hinüber und setzt sich in diesen, den Rucksack auf den Beifahrersitz legend. Zwei Minuten sitzt er fast regungslos da, zündet sich dann eine Zigarette an, greift nach dem Rucksack, öffnet ihn… Schließt ihn dann wieder, legt ihn zurück neben sich, steckt den Zündschlüssel ins Schloss und fährt los.

Hinter seinem Scheibenwischer findet Nick noch den folgenden Zettel:
“Morrissey, du schuldest mir 8000 Dollar. Die hätte ich gerne wieder. Bis dahin leih ich mir im Gegenzug deinen Nachnamen aus. Muss wohl erstmal verschwinden. Gruß, L.”

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Niniane

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