Bartholomäus Blackwood

Verzweifelter Vater

Description:

Aspekte:
Konzept: Hexenjäger in der Tradition der Blackwoods
Reizen um von Verwandten angehauen zu werden um sich um irgendwelche Probleme übernatürlicher Natur zu kümmern während sie in ihren Studierzimmern sitzen
Reizen um zu einer Horde relativ bekannter Jäger zu gehören und womöglich bei dem Jagdobjekt schon bekannt zu sein
Reizen um unter umständen einen abgedrehten Trophäenjäger aus der näheren Verwandtschaft in der Nähe zu haben der einem reinfunkt Zwinkernd
Ausnutzen um auf das zum Teil recht ausführliche Wissen der Familie zurückzugreifen und bei anderen Informationen einzuziehen
Ausnutzen um sich selber gut mit der Jagd, insbesondere nach Hexen und mit deren Ritualen auszukennen

Dilemma: Verbrannte Erde
Reizen um sich vor grösseren Feuern zu fürchten
Reizen um nur sehr wenige Bekannte aus Vorjägertagen zu besitzen und auch kein Zuhause außer dem Wohnmobil.
Ausnutzen um nichts außer verbrannter Erde zu hinterlassen…

Aspekt: Schatten der Vergangenheit
Reizen um übereilig zu reagieren wenn er eine Art und weiße sieht, seine Rachsucht zu befriedigen
Reizen um von Kindern und ähnlichen “unschuldigen” leicht beeinflussbar zu sein
Reizen um von Albträumen heimgesucht zu werden
Ausnutzen um solche Leute zu schützen
Ausnutzen um seiner Rachsucht nachzugehen

Aspekt: Ich kenne Bücher und ihre Macht
Ausnutzen um eine Konter gegen ein Ritual oder ein Mittel gegen ein übernatürliches Wesen zu finden
Ausnutzen um ein grosses Allgemeinwissen zu besitzen und eine anerkannte Quelle für alte Sprachen zu sein. (Hats studiert und auch, ein, zwei Arbeiten veröffentlicht.)
Reizen um vielleicht mal etwas fehlzuinterpretieren oder einem irrglauben zu erliegen, respektive “veraltete” Infos zu haben oder auch Dinge zu vergessen die einer Person mit persönlicher Erfahrung Klar gewesen wären.

Aspekt: Knowledge not meant for mortal eyes
Ausnutzen um sich mit Dingen auszukennen die selbst aus der Sicht der meisten Jäger eher dunklerer Natur sind.
Ausnutzen um geistiger Beeinflussung zu widerstehen weil er es sich so langsam gewohnt ist.
Reizen um sich in diesem Bezug selbst zu überschätzen und in Gefahr zu bringen.
Reizen um womöglich Skepsis bei “Kollegen” auszulösen.

Fertigkeiten:
Durchschnittlich (1)
Fahren, Ressourcen, Sicherheit, Aufmerksamkeit, [Kraft]
Ordentlich (
2)
Kampf, Athletik, Okkultes Wissen (1)
Gut (3)
Bildung, Nachforschung
Großartig (
4)
Wille

Stunts:
Hexenhammer, +2 Auf Okkultes Wissen im Bezug auf Hexen, wenn ein Vorteil erschaffen werden soll
Tausch: “Ich habe das studiert, mein Lieber” Tausch von Ausstrahlung mit Bildung in akademischer Situation
Hinfort böser Geist!: +2 Zum austreiben unfreiwillig Besessener (Keine Voodoopriester die von selbst gerufenen Loas besetzt sind, etc.), unter Nutzung des Dolchs
Silberdolch und Kruzifix: +2 Bei Verwendung des Dolchs zum Schaden gegen Hexen und Besessene
Ich weiß wo ich nachlesen muss: Nachforschungen gehen schneller von statten.

Refresh: 3

Theme Song:

Some sane Advice

Bio:

Es muss was wichtiges in dem Save liegen, da war sich Bartholomäus sicher. Das waren immerhin die letzten Worte seines Vaters gewesen bevor er seinen Verbrennungen erlegen ist. Nicht so was schnulziges wie “Ich bin Stolz auf dich.” oder “Ich hatte ein schönes Leben.” Nein, der Alte Bastard hatte nur gemeint “Der Code fürn Tresor lautet 2004” als er sich zu seinen verbrannten Lippen runtergebeugt hatte, die Worte nur schwer verständlich durch die Plastikmaske die man Brandopfern überzieht.

Sein Elternhaus bot einen prächtigen Anblick – Wenn man mal von dem verbrannten Arbeitstisch und Stuhl im Zimmer seines Vaters absah – die einzigen Hinweise auf die “Spontane Selbstentzündung” seines Vaters. Bei dem Gebäude handelte es sich um ein winziges Anwesen im spätviktorianischen Stil, Geschmackvoll von seiner Mutter eingerichtet und seit Jahrhunderten in der Familie weitervererbt. Er würde es Verkaufen.

Seine Mutter war einige Jahre lang Sekretärin gewesen, bis sie seinen Vater kennengelernt hatte, danach war sie von Beruf Ehefrau gewesen und das machte sie richtig gut. Sie war liebevoll gewesen und hatte ihm seine Macken gelassen. Wenig problematisch bei den vielen Geschäftsreisen seines Vaters. Altes Geld verhält sich meist wie ein Virus, die Familie war zwar nicht gerade reich gewesen aber das Einkommen seines Vaters von knapp 12000 Dollar pro Monat durchaus üppig, das einzige was aus “Alten Tagen” noch übrig war, war das Anwesen der Familie Blackwood. Sein Vater war ein ganz anderer Fall gewesen, Stur und auf Erfolg bedacht, ein ziemlich grausamer Mann mit der Meinung ein Kind könne man durch Schläge erziehen. Er war es auch der auf “Hobbys” wie Schiessen und Fechten bestand, Dinge die den jungen Bartholomäus nicht mal im Ansatz interessierten. Das einzige Hobby das sein Vater duldete war sein Interesse an sagen und Legenden.

Nun, wie auch immer, während ihn diese Gedanken am Rande streiften, ging er auf ein Gemälde seiner Mutter zu das im Arbeitszimmer seines Vaters hing, ein geradezu klischeehaftes Versteck. Er nahm das Gemälde ab und legte es auf den Schreibtisch. Auf den zweiten Gedanken würde er das Gemälde mitnehmen, seine Mutter war schließlich nicht das gleiche paar Schuhe wie sein Vater.Er hätte ja diverse Codes verstehen können aber das Geburtsjahr seiner Tochter? Wahrscheinlich dachte sich der Alte das sei das einzige was er sich an Zahlenkombinationen merken könne. Der Inhalt des Tresors war… Unspektakulär. Ein paar Geschäftsunterlagen, ein paar hundert Dollar, ein Buch. Also zwei Dinge die auch nur im Ansatz sein Interesse weckten. Bei dem Buch handelte es sich um einen relativ dicken in Leder gebundenen Wälzer, kein Titel und auf der ersten Seite fing direkt ein unverständliches Kauderwelsch an. Wieder mal etwas das erst durch ein gutes Dutzend Hände wandern muss, um dann zu wissen wie viel es denn genau Wert ist. Wahrscheinlich handelte es sich dabei eh nur um das Tagebuch einer beliebigen Person.

Da die Sonne schon unterging und er sowieso nur so wenig Zeit wie möglich in diesem Haus verbringen wollte machte er sich auf den Heimweg, ins Auto und auf den Highway.

Die fahrt nach Hause dauerte in etwa drei Stunden und somit war es kaum verwunderlich das es schon dunkel war als er seinen Laden betrat. Das Buch legte er unter den Tresen, die ganze Sache hatte schon mehr als genug Zeit in Anspruch genommen. Er nahm die Treppe hinauf in den Wohnbereich des Gebäudes. Das hier war sein eigenes kleines Reich, sein Vater hatte nichts damit zu tun, hier steckte sein eigenes Geld und seine eigene Arbeit drin. Er schaute noch mal kurz im Zimmer seiner kleinen Claire vorbei, begab sich dann ins Wohnzimmer und setzte sich in seinen Lieblingsessel. Die ein, zwei Stunden Ruhe vor dem Schlafengehen waren ihm wichtig, machten ihn ruhig und sorgten dafür das er sich am nächsten Morgen auch ausgeruht fühlte.

Er wohnte nun schon seit knapp zehn Jahren in diesem Häuschen, man konnte ihn geradezu als Bilderbuch-Student ansehen: In Windeseile das Studium zum Buchantiquar beendet, sofort ein Darlehen bei der Bank bekommen, einen eigenen, gut laufenden Laden aufgemacht, seine langjährige Freundin, Kristine geheiratet, ein Kind gekriegt und dann jeden Tag schön im Laden gestanden, gearbeitet und so viel Zeit mit seiner Tochter verbracht wie er konnte. Gewissermaßen der Perfekte Stiefsohn.

Am nächsten Morgen packte ihn dann doch der Ehrgeiz. Bücher waren immerhin seine Spezialität. Doch als er das Buch schon anpackte erwartete ihn eine Überraschung, im Innern befand sich ein Brief von seinem Vater an ihn gerichtet.

Das Kauderwelsch im Innern war mindestens so verwirrend wie das Gebrabbel im Buch. Sein Vater sprach von einem Irving Hooper-Winslow, einem Wettbewerb dessen Sieg er sich verschrieben hatte und einer Person die er Feuerteufel nannte. Angeblich würde er den Wettbewerb gewinnen wenn er diese Person, eine Uralte und unglaublich mächtige Hexe wie er sie nannte, aufspüren und töten könnte. Wenn man ihm glaubte wäre das ein noch grösserer Beweis seiner “Jagdkunst” als der läppische Troll seines Neffen so und sovielten Grades. Eindeutig das Gebrabbel eines Wahnsinnigen. Auf den anderen Blättern waren Symbole zu sehen, die meisten von ihnen waren laut seinem Vater dazu da eine Waffe effektiver gegen Hexen zu machen.
Irgendetwas hielt ihn davon ab das Buch einfach loszuwerden. Er könnte es einfach verkaufen, er könnte es zerstören. Aber das zweite kam nicht in Frage, Wörter hatten Macht, das wussten die Leute. Infolgedessen hat fast jeder eine natürliche Hemmung, Bücher zu zerstören. Erst recht wenn man sein Geld mit ihnen verdiente wie er es tat.

In den kommenden Wochen stellte er einige Recherchen darüber an, doch ohne Titel und Autor war es schwer auch nur im Ansatz eine Spur zu finden. Nun, zumindest zum Teil schien sein Vater recht gehabt zu haben, schien das Buch doch eindeutig von einer Hexe geschrieben worden zu sein. Von einer besonders abscheulichen wie es schien, waren doch Menschenopfer noch das geringste Übel.

An einem Tag im Winter war es wieder mal besonders still in seinem Laden. Er sass mit seinem Mädchen auf dem Schoss und sah sich ein altes Märchenbuch an dass er vor einiger Zeit von einer verstorbenen Kundin zusammen mit einem Grossteil ihrer Bibliothek vererbt bekommen hatte. Er hörte die Türklingel setzte Claire auf den Boden und schickte sie nach oben. Ein merkwürdiger Geruch lag in der Luft, es stank nach… kalter Asche. “Hallo?” die Tür schlug hinter dem Kunden ins Schloss und es war wieder unnatürlich still. Bartholomäus Blick wandert die Regale entlang bis er die… Frau? sieht die sich auf ihn zubewegt. Sie könnte gerade in Trauer sein wenn man ihre Kleidung betrachtet. Der schwarze Hut mit Schleier verdeckt ihr Gesicht, vom Rest ist auch nichts zu sehen, durch das lange Kleid und ihre Handschuhe. Ihr Schritt ist langsam und ein wenig schleppend. “Madame?” der Kopf dreht sich mit einem Schlag in seine Richtung und sie bewegt sich nun bedeutend schneller auf ihn zu, “Guten Tag,” Ihre Stimme war flach, ein wenig knackend, ein bisschen wie das Knistern von Feuer, “Ich habe von einem ihrer Kollegen, einem Esoterik Experten, erfahren dass sie ein Buch über Hexenkunst besitzen. Ich möchte mir dieses Stück gerne anschauen.” ihre Stimme war fast unhörbar geworden. Die Frau war ihm ungeheuer, nur natürlich. “Entschuldigen sie, aber… das Buch ist nicht mehr zum verkauf. Ich habe schon einen Interessenten.” seine Stimme war stockend und ein wenig unsicher. Die Frau nickte langsam, “Selbstverständlich. Ich wollte eigentlich verhindern das mit ihnen das gleiche geschieht wie mit ihrem Kollegen.” sie zog sich den Handschuh von der rechten Hand, darunter kam vernarbte Haut zum Vorschein, auf der ein verschnörkeltes Muster in Form eines Tattoos oder etwas ähnlichem prangte. “Entschuldigung?” “Nun mein Lieber… haben sie den nicht davon gehört? Sein Laden ist niedergebrannt. Machen sie sich keine Sorgen mehr darum.” sie drehte sich um und lies ihre Hand über die Bücherreihen wandern. Wo ihre Finger das Papier berührten fing das Papier an zu schwelen und fing kurz darauf Flammen sie summte ein wenig vor sich hin während sie dies tat, unglaublich schräg und misstönend. In purer Panik wich er zurück und knallte gegen die Wand. “Was zum Teufel tun sie da?” die Frau antwortete nicht, sie schien sich mit ihrem Blick in den Flammen verloren zu haben. Plötzlich riss sie sich von den Flammen los, “Wo ist mein Buch?” Er griff unter den Tresen und warf ihr das alte Grimoire zu, der Buchrücken riss und die Seiten verteilten sich auf dem Boden. Im selben Moment brach ein lautes, misstönendes Kreischen aus der Frau hervor. Der Ladentisch raste auf ihn zu und knallte in Bartholomäus hinein der zu Boden ging, der Tresen folgte und fiel auf ihn. Vor seinen Augen tanzten Sterne. Über das Knistern hinweg hörte er ein leises flüstern. “Du wirst büßen.” Bartholomäus sah aus dem Augenwinkel wie die Frau die Treppe in seine Privatwohnung hinauf ging und wollte sich aufrichten. Der Tresen aus massiver Eiche war jedoch zu schwer und er war darunter eingeklemmt. Von oben hörte er leise und gedämpft Stimmen. Auf die Stimmen folgten Schritte. Und auf die Schritte Schreie.

Es hatte nicht lange gedauert bis er durch den beisenden Qualm und Rauch der sich im Erdgeschoss sammelte ohnmächtig wurde, aber jede Sekunde in der er seine Frau schreien hörte kam ihm vor wie ein ganzer Tag. Die Feuerwehr erzählte ihm später das es kaum eine Viertelstunde gedauert hatte bis seine Nachbarin die alte Miss Sullivan einen Notruf abgesetzt hatte. Doch bis zu diesem Zeitpunkt hatte das Feuer schon auf das Obergeschoss übergegriffen und seine Frau und seine Tochter im Kinderzimmer eingeschlossen. Das Dachfenster hatte geklemmt und sie waren innerhalb kürzester Zeit durch den Rauch ohnmächtig geworden das Feuer hatte sie schließlich getötet. Sie hatten nicht gelitten. Von seiner Frau war kaum mehr genug übrig um sie zu beerdigen und die sterblichen Überreste seiner Tochter waren nicht einmal mehr aufzufinden.

Selbstverständlich hatte er den Leuten von der Frau erzählt. Er hatte erzählt wie er das Buch gefunden hatte, was er herausfand und wie die Frau schließlich seinen Laden anzündete. Er erzählte auch von den Schreien. Selbstverständlich glaubte ihm Niemand. Er stand unter Schock. Ganz eindeutig.

Ein halbes Jahr war er in psychiatrischer Behandlung. So lange hatte es gedauert bis er ihnen weismachen konnte er sei geheilt. Er machte ihnen weis er hätte die Erinnerung an den Brand, an seine Frau und seine Tochter unterdrückt. Er tat so als würde er nur den Büchern nachtrauern die sich in Asche aufgelöst hatten. Das war den Ärzten gut genug. Immerhin war der Patient nicht allzu wohlhabend und auch nicht berühmt und wenn sie ihn gehen ließen würde er sich nicht direkt aufhängen.

Das stimmte den er hatte eindeutig etwas besseres zu tun als zu sterben. Es gab da etwas das er Jagen musste. Wenn er es fand würde es sterben. Und wenn er noch mehr von diesen Dingern nebenbei töten konnte und der grässlichen Familie seines Vaters eins auswischen wäre das nur ein Bonus.

Er verkaufte das Haus seiner Familie und kassierte die Versicherung ein die auf seinem Laden gelegen hatte. Er holte die verbliebenen Bücher bei einem Kollegen ab der selbige aus den Trümmern gefischt hatte. Als nächstes besorgte er sich eine Waffe. Er hatte momentan ein nicht zu verachtendes Vermögen zur Verfügung da war es nicht weiter schwer an eine zu kommen. Zuletzt besorgte er sich ein Wohnmobil und legte den Rest des Geldes sicher bei der Bank an. Er würde für den Rest seines Lebens keine Geldsorgen mehr haben, erst Recht da er alleine war und nicht viel benötigte. Nicht das ihm das auch nur im Ansatz etwas bedeutete. Denn wenn es dunkel und still wurde kamen die Schreie zurück.

Seit er weiß das seine Tochter lebt, wird er nur noch weiter von Albträumen geplagt. Von Träumen in denen er zu wenig getan hat, um seine Tochter davor zu schützen, selbst zu einem der Monster zu werden, die er jagt…

Bartholomäus Blackwood

Mädchenkram - Supernatural Floeru