Mädchenkram - Supernatural

Von Columbus, ND, nach Stuttgart, AR

Geglätteter Mitschrieb

Heimfahrt nach dem Lefsefest – Barry und Irene

Irene entschuldigt sich bei der Gelegenheit, dass sie sich beim Leichenverbrennen nicht nützlich gemacht hat. In englischem Understatement fügt sie hinzu, dass Höhlen sie ein wenig nervös machen.
Barry übergeht das Understatement und sagt nur, dass sie sich mit dem Natrium ja nützlich gemacht hat. Insofern. Dann bedankt er sich noch mal, dass sie ihn heimfährt… er hätte ja gar nicht so weit weg fahren wollen, aber da war dieses Symposium, das konnte er sich nicht entgehen lassen.

Irene fragt: “Das ist also Ihre Arbeitskleidung, wenn Sie gerade Wissenschaftler sind?”
Barry zuckt die Achseln: "Das, oder der Anzug. Krawatte ist halt schwierig. “ Den Anzug hat er dabei. Der ist im Kofferraum.
Irene lächelt liebenswürdig: “Die gibt es auch als Clips. Polizisten tragen sowas, damit man sie nicht mit ihrer Dienstkleidung erwürgen kann.”
Barry wirft ihr einen ungläubigen Blick zu. “Sorry. Die sehen immer ein bisschen affig aus.” Er bemüht sich, seine Worte zu entschärfen. Er will sie ja nicht vor den Kopf stoßen. “Im Notfall finde ich schon jemanden, der mir hilft.”
Irene schenkt ihm ein wissendes Lächeln. “Dafür sind Frauen doch da.” Barry weiß nicht so recht, wie er diesen Kommentar einordnen soll. Normalerweise fragt er einen Friseur oder eine Servicekraft im Hotel – eher Männer als Frauen.
Irene redet weiter. “Eine Fliege müsste Ihnen auch ganz gut stehen. Aber die sind mal wirklich schwer zu binden!”
Barry antwortet: “Konnte ich früher mal. Jetzt… na ja. Trage ich eigentlich nur zu wichtigen Familienfeiern.” Er schaut Irene nachdenklich an. Überlegt, wie sie im Abendkleid aussieht.
Die sagt erst mal weiter nichts, behält aber das Lächeln im Gesicht. Stellt sich wohl auch gerade Barry mit Fliege vor.

Später telefoniert Barry kurz mit Tam. „Keine Vampire“, sagt er knapp.
Irenes Blick ist neugierig, aber auch erkennbar grimmiger.

Barry versucht, mehr über Gideon rauszufinden. Er erzählt also erst mal, wie er ihn selbst getroffen hat: Da hat er sich mit einem Pumageist angelegt, mehr aus Versehen. Eigentlich hat er nach einer illegalen Mülldeponie gesucht – hat sie auch gefunden, aber die hat dem Pumageist nicht so gut getan. Bei dem Kampf wurde er verletzt, Gideon hat ihn verbunden.
Irene kennt den schlicht über Sunny, weil sie sich halt mal mit starken Medikamenten eindecken wollte, ohne dauernd Ärzte bestechen zu müssen.

Sie fragt noch ein bisschen nach dem Pumageist und erzählt schließlich, woher sie die Klaustrophobie hat. Das passt thematisch, und Barry ist ohnehin nicht schlecht darin, einfach nur zuzuhören, wenn Irene in Redelaune ist.

Sie hat in jungen Jahren einen eingewanderten Gevaudanwolf gejagt und ist ihm in seine Höhle gefolgt. Nur war das dummerweise eine Wölfin mit halbstarken Jungen. Irene wurde im hintersten Eck der Höhle eingekeilt, bis ihr Vater kam und sie rettete.

Daraufhin erzählt Barry ihr, dass er sich fast mal eine Klaustrophobie eingeredet hätte, als er eine Geschichte schrieb… als hätte er mit Flugangst nicht schon genug irrationale Ängste.
Irene findet, dass Flugangst zu den rationaleren Ängsten gehört. Immerhin kann man aus einem Flieger auch nicht so leicht raus, wenn es einem unheimlich wird. Leute, die vor Dackeln Angst haben, sind da seltsamer. Dackeln, oder Beaglen.
Barry meint, dass nach zwei mehr oder weniger kontrollierten Bruchlandungen diese beruhigenden “Fliegen ist ja so sicher”-Sprüche etwas schal sind.
Irene sagt: „Aua, ja, das kann ich mir vorstellen. Zwei gleich! Sie machen auch keine halben Sachen.“

Barry erwidert: „Einmal ein eskaliertes Kidnapping, einmal eine sabotierte Maschine.“

Die Fahrt geht weiter. Unterwegs schafft es Irene, Barry auf das Thema Linguistik zu bringen, und er erklärt ihr mit Begeisterung Dinge, die sie nicht wissen will. Er merkt das allerdings relativ schnell und hört wieder auf.
Irene hat damit aber kein Problem, die hört sich das schon an. Völlig uninteressant ist es ja nicht, und sie hat Erfahrung mit solcher Beschallung. Charles redet auch manchmal gern über wissenschaftliche Themen.

Nach einer Übernachtung kommen die beiden am Abend des nächsten Tages in Stuttgart bei Barrys Haus an. Er lädt Irene ein, noch mit reinzukommen. Was er sich dabei gedacht hat, weiß er allerdings selber nicht so ganz. Höflichkeit vielleicht? Vorher bittet er sie noch, Tam nicht unbedingt zu erzählen, dass sie iHeretic ist. Das hat er seiner Frau nämlich nicht erzählt.

Er bietet an: „Sie könnten einen Kaffee trinken. Oder ein Bad nehmen und in die Sauna gehen.“
Irene schaut ihn mit hochgezogener Augenbraue an: „Sauna…“
Barry kann ihren Gesichtsausdruck nicht deuten: „Klar, das Haus hat eine Mini-Sauna.“

Nach kurzer Begrüßung stellen Irene und Tam fest, dass sie sich kennen. Von dem Friedhof in Colma, Tam war auf der Jagd nach einem Kautionsflüchtling, der irgendwelche Reliquien gestohlen hatte, angeblich wegen irgendwelcher Probleme mit einem Engel – und Cal kannte diesen Engel. Wenn sie den Flüchtling mitnimmt, hat er ihr gesagt, wäre er so gut wie tot. Tam hat den Mann laufen gelassen, obwohl die Kaution gar nicht so schlecht war.
Irene erzählt, dass sie dort zusammen mit Cal und Kitty eine kleine Blumenhexe von Blödsinn abhalten musste. Und Irene hat einen Vampir geköpft.
Tam hat zwar mitbekommen, dass es dort Ärger mit Zombies gab, aber im Nachhinein ärgert sie sich natürlich, dass sie den Vampir nicht erwischt hat. Vampire sind wohl ein rotes Tuch für sie. Vorsichtig äußert Irene auch mit dem Vampir ein gewisses Mitleid. Das findet Tam nicht besonders großartig. Sie mag wirklich, wirklich keine Vampire.
Irene gibt zu bedenken, dass der es sich ja auch nicht ausgesucht hatte und eigentlich nur geheilt werden wollte, aber Tam sagt hart: „Da gibt’s eine ganz tolle Heilmethode für Vampire. Nennt sich Köpfen.“
„Ist ja auch so passiert“, sagt Irene.
„Gut“, meint Tam nur, und Irene schaut betreten auf ihre Hände.
„Vampire sind Monster,“ sagt Tam, „Die bringen Leute um, und wenn nicht, dann spielen sie mit ihnen.“ Bei diesen Worten sieht sie sehr angespannt aus, vor allem bei dem “spielen sie mit ihnen”.
Auch Irene verkrampft da ein bisschen.
Nach einer kurzen Pause wechselt Tam das Thema und fragt Irene, ob sie eigentlich verheiratet ist?
“Nein”, sagt Irene knapp.
Tam macht nur. “Ah. Hm.” Sie weiß nicht, was sie dazu sagen soll.
Einen Moment später fügt Irene hinzu:“Nicht mehr.”
“Oh. Jagerei?” Tam ist nicht gerade ein Smalltalk-Wunder und neigt zu knappen Sätzen.
Aber Irene versteht nicht recht. “Wie bitte?”
“Ich kenn Jäger, bei denen hat es mit der Ehe nicht so gut geklappt. Wegen der Jagerei halt”, führt Tam aus.
“Ja“, nickt Irene. „Mein Ex-Mann ist ein Papiertiger. Er ist ein begnadeter Historiker, aber akitv jagen? Das ist nicht so sein Talent. Und ich kann nicht zuhause herumsitzen, nur weil Jagen gefährlich sein könnte. Es ging nicht lange gut.”
Bei “Papiertiger” grinst Tam kurz und schaut Barry an. “Nee, das könnte ich auch nicht”, sagt sie dann. “Also, auf Dauer”, ergänzt sie. “Im Moment geht’s grad nicht so gut.”
Jetzt sieht man Irene an, dass sie sich einen Einwand verbeißt.
Tam zuckt die Schultern. “Familie halt. Was haben, für das man kämpft… ist auch wichtig.” Sie wirkt tatsächlich ein bisschen defensiv.
Irene sagt: “Ganz meine Meinung. Nur habe ich an meiner Mutter beobachten dürfen, wie schwer der Wiedereinstieg ist, wenn man seine besten Jahre damit verbracht hat, ein Kind großzuziehen.
Glauben Sie lieber nicht, dass sie noch auf die gleiche Art an die Jagd herangehen können wie früher, wenn die Kinder endlich aus dem Haus sind.”
Tam schaut Irene verdutzt an. “Ich bleib doch nicht zu Hause, bis die Kinder so weit sind! Ich hab diesen Ehemann, der ist Schriftsteller und arbeitet von zu Hause aus.”
Das macht Irene sprachlos. Die schaut zu Barry, ob sie richtig gehört hat, aber der hat sich gerade verkrümelt, um Tee zu machen.
Sie fragt weiter: “Und der darf dann vier Kinder alleine managen, wenn Sie sich doch mal mit einem Monster übernommen haben?”
“Es kann immer was passieren”, erwidert Tam. “Deine Eltern sind ja bestimmt auch nicht beide die ganze Zeit zu Hause rumgehockt. Außerdem kann er das besser als ich.”
“Ah… Mein Vater ist für die Jagd noch öfter durch ganz England und Schottland gefahren. Meine Mutter kaum noch. Die hat ihre Zeit dazu genutzt, mich zur Jägerin auszubilden”, erklärt Irene.
“Also hat doch einer gejagt und einer nicht.” Tam verschränkt die Arme über ihrem Kugelbauch.
So hat Irene das nicht gemeint.“Ich bin mir nicht sicher, ob wir von den gleichen Zeitfenstern sprechen. Europa ist fast leergejagt.”
“Na, für uns funktioniert es so“, Tam schaut etwas trotzig. So ganz wahr ist das vermutlich nicht, aber darüber will sie jetzt nicht reden.
“… gut für Sie.”
Da Tam offensichtlich sehr schwanger ist und darüber augenscheinlich nicht reden will, verliert Irene auch die Lust, das weiter auszudiskutieren. Sonst würden sie bloß streiten. Aber jetzt weiß sie noch genauer, warum sie weder verheiratet sein noch Kinder haben will.

Barry kommt mit dem Tee zurück, mit den Kindern im Schlepptau. Pete, vier Jahre alt, will sofort wissen, ob Irene Einhörner mag und warum sie klingt wie seine Großoma.
Irene zögert: “Ich weiß nicht. Vielleicht haben wir ähnliche Stimmen? Und Einhörner… Kommt drauf an….“, (Blick zu Tam), „… ob sie nett sind.”
Ihr erster Gedanke war ja, dass es drauf ankommt, wie sie zubereitet sind.
Das Ganze endet damit, dass Pete nachmacht, wie seine Groma klingt, und Irene ein Einhorn malt. Die beschließt großzügig, dass das Einhorn nett ist, aber sie wundert sich, dass er Einhörner malt und nicht Drachen. Das sagt sie allerdings nicht laut.
Trotzdem kommt es noch irgendwie zu einer Diskussion, ob Drachen, Einhörner, Pferde oder Dinosaurier cool sind. Immerhin, bei Pferden sind sich die Jacksons ziemlich einig – die sind cool.
Allerdings merkt man durchaus, dass Irene mit Kindern in dem Alter nicht viel anzufangen weiß. Das stört Pete aber nicht. Der ist ein kleiner Charmebolzen und ziemlich gesprächig, die anderen beiden – Katie und Artie – schauen eher zu. Barry lässt Pete machen. Der hat Spaß an Irenes Unbehagen.
Aber dann wird es Zeit für die Kinder, ins Bett zu gehen.

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Timberwere

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